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13.03.2018 Ausflug ins Naturkundemuseum

Das Naturkundemuseum in Erfurt befindet sich in der Großen Arche 14. Es ist montags geschlossen und Dienstag bis Sonntag 10:00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 6,-€ für Erwachsene, 3-€ für Kinder oder Schüler und Familien zahlen 13,-€ Kinder unter 6 Jahren zahlen nichts.

Das Museum geht insgesamt über vier Etagen. Das Naturkundemuseum Erfurt verfügt über wertvolle und umfangreiche naturwissenschaftliche Sammlungen, die entweder durch Spender an das Museum gelangten oder durch Forschungsarbeiten vervollständigt wurden. Die Insektensammlung ist mit 350 000 Tieren in mindestens 20 000 Arten die umfangreichste. Sie enthält sogar zahlreiche für die Wissenschaft neu beschriebene Arten. Etwa 55 000 Einzelstücke enthält die Sammlung von Weichtieren, also vorrangig von Schnecken. Vorwiegend als Nasspräparate werden die 4 500 Amphibien und 800 Reptilien aufbewahrt. Die Vogelsammlung umfasst etwa 4 000 Exemplare, neben ausgestopften Vögeln gibt es auch Skelette und Eier. 1 200 Stücke enthält die Sammlung von Säugetieren.
Sehr umfangreich ist auch die botanische Sammlung. 12 500 Pflanzen sind herbarisiert. Fast alle in Thüringen vorkommenden Pflanzen sind vertreten.

Die Sammlung von Mineralien umfasst 7 000 Exemplare, meist aus Deutschland.
In der Großen Arche 14 befindet sich im Keller das Schiff „Arche Noah“. Neben einer Wanderratte sind in Käfigen einige Tiere (Hausziege, Wildkaninchen und Dingos) zu sehen, denen man den Zutritt auf die Arche verweigert. Ein junges Mädchen versucht schnell noch ein kleines Wisent an Bord zu ziehen.

An Bord sind Tiere aus der ganzen Welt. Raubtiere vertragen sich scheinbar mit ihrer Beute. Die linke Schatzkammer wurde durch den Zoll gefüllt. Mit all den Mitbringseln von Urlaubern, die ungewollt zum Artensterben beitragen: Pelze, Schlangenlederschuhe, Schildkrötenpanzer, geschnitztes Elfenbein, Nashorn und Elefantenfüße.

Die Arche Noah ist das Symbol für die Artenvielfalt. Sie veranschaulicht die Verantwortung des Menschen für den Erhalt des Lebens auf der Erde. Dem Besucher soll seine Verantwortung für die Erhaltung der Natur klar gemacht werden. Das ist sehr eindrucksvoll.
Über alle Etagen des Museums erstreckt sich eine Eiche. Es ist eine Stieleiche von 14 m Höhe und einem Stammumfang von max. 3,20 m. Sie stammt aus dem Erfurter Stadtwald - dem Steiger - und wurde dort 1991 im Alter von 350 Jahren gefällt. Den Baum im Original zu verwenden, war nicht möglich. Der tote Baum wäre nicht haltbar gewesen. Er wäre zerfallen und viel zu schwer gewesen. Nur ein Abguss kam daher in Frage.
Von einem Baugerüst aus, wurde Abdruck für Abdruck – insgesamt waren es 28 Segmente – vom Baum genommen. Die Form selbst wurde aus Silikonkautschuk und einer abschließenden Gipshülle gefertigt. Nach diesem Negativ entstand in monatelanger Arbeit der künstliche Stamm aus Polyesterharz mit einer Glasfaserverstärkung.

Um die Wurzel freizulegen musste der ohnehin kranke Baum gefällt werden. Dünnere Äste und Zweige wurden sorgfältig nummeriert, um sie nach Fertigstellung des künstlichen Stammes an Krone und Wurzel anzufügen. Beim Treppenaufstieg erschließen sich von der Wurzel über den Stamm bis zur Krone alle Baumetagen in immer neuer Perspektive. Unterwegs erläutert eine Fließgrafik den Assimilate- und Transpirationsstrom sowie den Aufbau von Wurzel, Stamm und Blatt. Die 350 Lebensjahre der Eiche werden anschaulich mit Thüringer Landesgeschichte und Erfurter Stadtgeschichte verknüpft.

Die echten Äste und Zweige bekamen ein Blätterkleid aus 20.000 unterschiedlich großen Kunstblättern, die in mühevoller Kleinarbeit Stück für Stück in vorgebohrten Löchern eingeklebt und gerichtet werden mussten. Abschließend wurde die Baumplastik besprüht und bemalt.
Im Erdgeschoss werden die verschiedenen Gesteinsformationen vorgestellt. Es gibt ein Schichtenprofil des Hauptmuschelkalks bei Erfurt, das belegt dass sich früher hier einmal ein Meer befunden hat. Interessant sind auch die geologischen Informationen vom Erfurter Drosselberg. Auf der Platte verteilt lagern noch Teile von Muscheln, Schnecken und Fischen. Neben diesen fossilen Lebensresten ermöglicht uns der strukturierte Meeresboden mit seinen Rinnen und Wellenrippeln noch Aussagen zu Stömungsverhältnissen und Wassertiefe. Er vermittelt somit ein Bild der ökologischen Verhältnisse dieser Zeit.

In der 1. Etage kann man sich über den Thüringer Wald informieren. Hier findet man z. B. Wildschweine und Früchte. Die verschiedenen Baumarten werden vorgestellt. Aber auch die Waldameisen, Feuersalamander, die Tiere der Flussauen und das Verhalten der Tiere bei Tag und Nacht sind Themen. Eine besondere Rolle spielt die Vorstellung des Nationalparks „Hainich“ .

Die 2. Etage ist geprägt vom Eindruck über Feld und Wiese. Mäuse, Hasen und Hamster stehen im Vordergrund. Aber auch über ausgestorbene Tiere wird informiert. Die Biotope Trockenrasen und Kleinstgewässer werden vorgestellt, ihre große Bedeutung für die Erhaltung bestimmter Arten wird betont.

Die 3. Etage widmet sich dem Lebensraum der Stadt. Außer den Haustieren sind viele Vogelarten, Insekten aber auch Ratten und Goldfische unsere Mitbewohner. Eine wichtigen Rolle kommt in diesem Zusammenleben der Umgang mit unserem Müll zu. Der Hausperling, hier als „König der Dachrinne“ beschrieben, ist ein enger Begleiter des Menschen, der jedoch – anders als die Haustiere – seine Unabhängigkeit nie aufgegeben hat. Gewitzt, wagemutig und vorsichtig zugleich findet er überall Zugang, wo es etwas aufzupicken gilt. Mit der Vertraulichkeit ist jedoch sofort Schluss, wenn man ihn aufstöbert.

Ich habe das Museum bei einer Exkursion mit meiner Schule besucht. Sehr interessant! Ich kann es euch empfehlen.

Euer Saleem


 

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