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15.08.2016 Meine Diabetes-Kur an der Ostsee





Hallo, ich bin’s, Alina.



Wer mich kennt weiß, dass ich Diabetes habe und diese Krankheit schwer akzeptieren kann. Es wird mir oft alles zu viel und ich möchte am liebsten nicht mehr an den Diabetes denken. Doch das bekomme ich dann halt zu spüren, in dem es mir schlecht geht, an die Spätfolgen gar nicht zu denken!



Gemeinsam mit meiner Diabetologin und meinen Erziehern habe ich Anfang des Jahres überlegt, wie ich in meinem Diabetesmanagement neu motiviert werden kann. Mit dem Vorschlag, eine Reha-Kur zu besuchen, konnte ich zuerst gut leben. Doch dann kam’s: Die Kur sollte in der Ferienzeit stattfinden. Das bedeutete für mich keine Beurlaubung zu meinem Vati und zur Oma, meine Freunde nicht sehen… Ich wollte nicht, auch wenn es an die Ostsee gehen sollte.



Meine Kontakterzieherin Andrea hatte bereits alle Unterlagen für die Kur eingereicht und es hat gar nicht lange gedauert, dass die Bewilligung kam. Doch ich blieb erst mal wieder stur. Mein Vati und meine Erzieher ließen jedoch nicht locker und vom 29.06. bis zum 27.07. sollte es dann doch für mich an die „schöne“ Ostsee gehen.



Mein Bruder-Herz hat mich nach Heringsdorf ins „Haus Gothensee“ gefahren. Die Kurklinik liegt auf der Insel Rügen, zehn Minuten vom Strand entfernt, ein großes, schmuckes Gebäude. Mit 14 Kindern und Jugendlichen in einer Gruppe sollte ich die nächsten Wochen verbringen.



Gleich vom ersten Tag an, fühlte ich mich angenommen und verstand mich mit meinen zwei Zimmernachbarinnen. Wir erhielten eine engmaschige Betreuung und mussten dreimal am Tag zur Blutzuckermessung an das diabetologische Testgerät in den Behandlungsraum. Danach wurde korrigiert, das Blutzuckertagebuch geschrieben und gegessen. Die Zwischenwerte habe ich selbständig getestet. Oftmals hatte ich mehr als zehn Blutzuckerwerte am Tag.







Das fiel mir leicht, da es wie eine Art Wettkampf unter uns Mädchen war. Die Schulungen zur Auffrischung des Diabeteswissens waren für mich recht langweilig, denn eigentlich weiß ich ja alles. Deshalb konnte ich auch in den vier Wochen meinen HbA1c-Wert um 4 Prozentpunkte verbessern.



Interessant war das Kulturangebot der Kurklinik. Eine Kreuzfahrt an die polnische Ostseeküste, Aufenthalte am Strand, Bananaboot und Wasserski sind nur einige Beispiele.



Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch der Vineta-Festspiele in Zinnowitz. Passend zu mir und meinem alten Diabetesmanagement wurde in dem Stück „Stadt der Diebe“ ein Lied gesungen: „Wir wissen Alles, wir können Alles, wir machen’s aber nicht…!“ Na das soll sich jetzt ändern.



Seit dem 1. September absolviere ich eine Berufsausbildung zur Fachpraktikerin für personale Dienstleistungen in der Jugendberufsförderung Erfurt. Trotz der großen Herausforderung will ich meinen Diabetes besser als im vergangenen Jahr in den Griff bekommen.















 

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