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24.08.2015Rennsteigwanderung 2015

Rennsteigwanderung von Tambach-Dietharz nach Masserberg

Im letzten Jahr wurde von Etienne, Paul, Adrian, Benjamin, Herr Besecke und Herr Launhardt der erste Teil des Rennsteiges bezwungen. Die Strecke führte damals von Eisenach-Hörschel bis Tambach Dietharz. In sechs Tagen wurden etwas mehr als 60 Kilometer zurückgelegt. Schon im letzten Jahr reifte der Plan im Jahr 2015 den Rennsteig weiter zu bewandern. Im Oktober 2014 bei der Tageswanderung von Jena nach Apolda waren dann Lucas und John von der TKG mit dabei und es wurde lose angefragt, ob der Rennsteig nicht auch eine Herausforderung für sie sein konnte.
Durch gute Kontakte von Herrn Launhardt konnte mit Herrn Dr. Meyer und seiner Firma LASOS ein Sponsor für die Rennsteigwanderung 2015 gewonnen werden.
Da sich Paul und Adrian zu der Zeit der Rennsteigwanderung lieber mit dem VG an der Ostsee sonnten, Benjamin zu seinen Eltern zurückgekehrt war, waren Etienne und die beiden Erzieher Herr Besecke und Herr Launhardt, die einzigen Wandersleute, die bereits 2014 auf dem Rennsteig unterwegs waren. Mit John und Lucas, die dieses Jahr mal nicht nach Pottenstein fuhren, wurden aber sehr gute Mitwanderer gefunden.
Am 16.08.2015 gegen 08.45 Uhr starteten Lucas, John und Herr Besecke von der Herderstraße auf ihre erste Etappe Richtung Haupthaus. Dort wurde die restliche Ausrüstung verstaut und gemeinsam mit Etienne und Herrn Launhardt ging es kurz vor 10.00 Uhr Richtung Apoldaer Bahnhof. Der nächste Teil der Strecke von Apolda bis Tambach Dietharz verlief sehr erholsam, das lag wahrscheinlich auch an der Nutzung der Bahn und des Buses. Leider ließ der einsetzende Regen nichts Gutes erwarten. Zum Vergleich hatte man immer die fünf Tage Sonnenschein vom letzten Jahr in Erinnerung.
In Tambach Dietharz angekommen, machten wir uns gleich auf den Weg Richtung Rennsteig.



Unsere erste Rast machten wir in jener Hütte, in der wir 2014 die letzte Nacht bei unserer Rennsteigwanderung genächtigt hatten. Dort nahmen wir auch einen kleinen Snack zu uns. Leider hatte Frau Schnöde, die Erzieherin aus der TKG nur für John und Lucas große Lunchpakete mit Selbstgebratenem und anderen Leckereien mitgegeben.

Frisch gestärkt, setzten wir unseren Weg fort. Nach einigen weiteren Kilometern erreichten wir den Rennsteig an der „Alten Ausspanne“. An dieser Stelle hatten wir letztes Jahr den Rennsteig verlassen. Mal wieder einsetzender Regen zwang uns zu einer Pause, die Etienne, John und Lucas zum Frösche und Beerensammeln nutzten.



Nach einigen Kilometern auf dem Rennsteig erreichten wir einen Aussichtsturm, von dem man weit ins Thüringer Land blicken kann, vorausgesetzt es ist kein Nebel. Dieser Nebel und einzelne Regenschauer begleiteten uns den ganzen Tag und so beschlossen wir bereits am frühen Nachmittag, ein geeignetes Nachtquartier zu wählen. Als Nachtquartiere standen uns die ca. alle drei Kilometer am Rennsteig stehenden Blockhütten zur Verfügung.



Bei den Hütten handelt es sich um ganz einfache Holzhütten, die verschieden groß sind und maximal Tische und Bänke als Einrichtungsgegenstände zählen. Als Bodengrund ist meist Kies/Schotter vorhanden.



Wir spielten gerade eine Partie Stadt-Land-Fluß (Sieger: Herrr Launhardt) als ein langanhaltender Platzregen einsetzte. Gut, dass wir im Trockenen waren. Zum Abendbrot gab es dann die ersten Pakete „travellunch“ (z.B. Hühnerrisotto, Nudeln in Tomatensauce oder Kräutersauce, Jägertopf mit Rindfleisch, Beef Stroganoff oder auch Couscous mit Gemüse). Bei „travellunch“ handelt es sich um gutschmeckende WandererInnen-/ BergsteigerInnennahrung, die nur mit kochendem Wasser zubereitet werden muss. Wir saßen dann zusammen, lauschten dem Regen, schilderten die ersten Wandereindrücke, stellten Wetterprognosen auf und nach dem Zähneputzen verschwand jeder in seinem Schlafsack.
Am Morgen des 2. Tages unserer Wanderung, es hatte wirklich wieder aufgehört mit regnen, gab es „travellunch“-Müsli (diesmal mit kaltem Wasser zubereitet, zahlreiche Geschmacksrichtungen standen zur Verfügung), dann wurden schnell die Sachen gepackt und weiter ging es. Am zweiten Tag gab es nur kurz einsetzenden Nieselregen, was für uns schon eine deutliche Wetterbesserung darstellte. Wir wanderten über Stock und Stein, trafen zahlreiche WanderInnen, die auch auf dem Rennsteig unterwegs waren. Auch sahen wir Protestplakate am Rennsteig, die sich gegen einen Pumpspeicher/Energiespeicher an selber Stelle aussprachen (http://www.schmalwasser-aktiv.de/). Wir passierten die Skihütte Fred, fanden zuckersüße Himbeeren und erreichten das Wintersportareal Oberhof.



Dort gab es als leckere Stärkung Fassbrause und Bratwurst. Zwei WanderInnen waren auch per Pferd auf dem Rennsteig unterwegs, wir trafen alle vier am Bratwurststand. Am späten Nachmittag fanden wir als Unterkunft eine neu erbaute Hütte mit einem riesigen Panoramafenster, so dass wir in den Wald blicken konnten ohne die Hütte zu verlassen.
Am dritten Tag erreichten wir am Morgen bereits nach einer kurzen Wanderung das „ForstarbeiterInnendenkmal“, welches 1981 zu Ehren zehntausender WaldarbeiterInnen, freiwilligen HelferInnen sowie sowjetischen Soldaten errichtet wurde, die nach dem Windbruch von 1946 und den Borkenkäferjahren 1947-1949 den mittleren Thüringer Wald retteten. Danach überquerten wir den Rennsteigtunnel und erklommen den „Großen Berrberg“, den höchsten Berg Thüringens. Auch dort gab es einen Aussichtsturm mit leider wieder null Sicht. An der Luftmessstadion „Schmücke“ des Umweltbundesamtes vorbei, erreichten wir den Ort „Schmücke“. Nach einer Stärkung und ein kurzes Telefonat mit den Daheimgebliebenen, wanderten wir schmale Pfade, aber auch kurz an Straßen an einem Landschaftspflegeversuch „Bergwiese“ und am sagenumworbenen „Mordfleck“ hin zu unserer nächsten Unterkunft. Dort ging es wieder auf Froschsuche und später wurde eine Partie „Wer bin ich?“ gespielt. Herr Launhardt war Goofy, Lucas Angela Merkel, John eine Raupe, Etienne ein Feuerwehrmann und Herr Besecke Ironman. Auch dieses Spiel gewann Herr Launhardt.
Am nächsten Tag war es soweit, die Sonne zeigte sich. Also hieß es schnell die Fotoapparate raus und Bilder geknipst. Auch die Langschläfer kamen noch in den Genuss von Sonnenstrahlen. Nach unserem heutigen Aufbruch kamen uns nach und nach LäuferInnen entgegen. Wenig später entdeckten wir deren Kontrollpunkt/Verpflegungsstation. Dort wurde uns berichtet, dass es sich um einen Rennsteiglauf handelt. Ungefähr 35 Läufer und Läuferinnen rennen verteilt über fünf Etappen in ca. einer Woche den 180 Kilometer langen Rennsteig.
Noch etwas verblüfft von so viel Sportsgeist erreichten wir den historischen Bahnhof „Rennsteig“ mit seinem antiken Brauereiwagen und auch einem Mitropaspeisewagen. Kurz danach wurde ein Bunker, welchen die Staatssicherheit zwischen 1979 und 1985 baute und mit militärischen und nachrichtendienstlichen Anlagen ausrüstete, passiert. Den nächsten Ort den wir durchquerten hieß „Allzunah“.
Nach einer Mittagspause passierten wir den Mittelpunkt des Rennsteiges. Wir hatten nun bei Kilometer 85 die Hälfte erreicht. Am frühen Nachmittag erblickten wir im Ort Neustadt am Rennsteig das erste Mal wieder einen Supermarkt. Wir deckten uns mit reichlich Süßigkeiten und anderen nahrhaften Sachen ein. Nach einer längeren Pause wanderten wir noch ein Stück weiter, kamen mitten im Wald an einer „Einsitzerbank“ vorbei (Bei Gruppenankünften darf sich jede Person abwechselnd zwei Minuten setzen), passierten die Teufelsbuche (soll der Teufel persönlich gepflanzt haben) und begaben uns langsam auf Quartierssuche. Da die erste Hütte sehr klein war, die zweite sehr dicht an einer Landstraße und auch nicht viel größer war, beschlossen wir bis zu der folgenden Hütte zu wandern. So ließen wir noch die Triniusbaude rechts liegen, sahen eine wunderschöne Übernachtungsmöglichkeit für zwei Personen, entdeckten Hinweisschilder, dass Schnett nur noch fünf Kilometer entfernt ist und hatten am Ende des Wandertages noch einen ziemlich Anstieg zu bewältigen. Aber wir wussten oben auf dem Ersleberg wartet sicher eine wunderschöne Hütte. Nun ja eine Hütte war da, aber die Größe ließ uns doch eine gewisse Kreativität verlangen, damit auch jeder seinen wohlverdienten Schlafplatz bekam. Dank einer zweiten Plane und die Bereitschaft zweier Wanderer heute auch Schlafplätze unter dem Tisch zu wählen. Etienne, Lucas und John brachten das Lagerfeuer in Gang und man stärkte sich am Abendbrot um dann wenig später nach den heutigen 23 Wanderkilometern erschöpft in den Schlafsack zu fallen.
Das Frühstück am fünften Tag beschlossen wir im nur zwei Kilometer entfernten Masserberg einzunehmen. Wir wählten als Ort die Wärmehalle an der Bushaltestelle (allen SchnettfahrerInnen bekannt). Vorher wurden noch Brötchen, Obst, Eier und Wurst im Supermarkt besorgt. Einige von uns nutzen dann auch die in der Wärmehalle vorhandene Dusche. Als wir gegen 11.00 Uhr auf unsere heutige Etappe aufbrechen wollten, stellten wir fest, dass es angefangen zu regnen. Ein Blick auf die Wetterapp ließ für den Tag keine Besserung erwarten, so dass wir gemeinschaftlich beschlossen einen Tag früher als geplant die diesjährige Rennsteigwanderung nach etwas mehr als 60 Kilometern zu beenden. Im nahegelegenen Gasthaus gab es ein leckeres Abschlussessen und per Bus und Zug traten wir am Nachmittag die Heimreise nach Apolda an. Gegen 18.35 Uhr erreichten wir den Bahnhof Apolda und wenig später die jeweiligen Wohngruppen, um in den nächsten Tagen die vielen Fotos zu zeigen und über Gesehenes und Erlebtes zu berichten.
Ein Herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Herrn Dr. Meyer und seiner Firma LASOS für die finanzielle Unterstützung der diesjährigen Rennsteigwanderung.
Wir hoffen, dass es 2016 für uns möglich ist, den dritten und letzten Teil des Rennsteiges zu bewandern.

 

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