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03.08.2015 Rückblick auf meine Zeit im Kinderhaus

Mein Rückblick auf die Zeit im Kinderhaus



Vor 2 Jahren kam ich ins Heim. Ich war skeptisch. Auf der einen Seite wollte ich ins Heim auf der anderen Seite nicht. Ich kam in Wohngruppe 1. Anfangs war ich nur als Inobhutnahme da. Erst tröstete Frau Eibisch, dann Frau Stürze mich. Es war in den Winterferien 2013.



Anfangs habe ich mich zurückgezogen und war nur in meinem Zimmer. Frau Stürze und Frau Brosch haben sich sehr gut in den Winterferien um mich gekümmert, aber ich habe mich allein gelassen gefühlt. Ich wollte im Heim bleiben, alle haben sich gut um mich gekümmert, doch gleichzeitig wollte ich am liebsten weg. Frau Stürze war in der Zeit sehr für mich da, zum reden und trösten.



Um mich abzulenken, habe ich mich bei meinen Erziehern über meine Mitbewohner aus Wohngruppe 1 erkundigt. Alle waren auf Beurlaubung. Zum Abendbrot am Sonntag kamen alle wieder. Ich war sehr nervös, wie mich alle aus der Gruppe aufnehmen. Die kleinen und großen Jungs und das eine Mädchen. Sie heißt Sin Bi. Da sie das einzige Mädchen in der Gruppe war dachte ich es gefällt ihr nicht das ich da bin und ich würde ihr im Weg stehen. Ich dachte sie wäre arrogant. Später stellte sich raus das sie froh war endlich noch ein Mädchen in der Gruppe zu haben. Zu dem Zeitpunkt wußte ich noch nicht, daß nicht das Heim an sich mein Leben verändert, sondern die Erzieher und vor allem Sin Bi.



Jeden Abend redeten Sin Bi und ich immer ein bißchen mehr Z.B. Schule, Hobbys, usw. Als ich anfangs abends geweint habe war sie bei mir. Sie war zurückhaltend, tröstete mich aber. Endlich fühlte ich mich wohler im Heim. Ich wußte, nicht nur die Erzieher sondern auch eine gleichaltrige war für mich da. Irgendwann, ich weiß nicht mehr wann, habe ich meine neue Beste Freundin bekommen, Sin Bi. Ich hatte schnell das Gefühl ihr alles erzählen zu können. Sie war und ist immer für mich da. Bei ihr ging es mir immer gut.



In der 1. Schulwoche lernte ich Frau Rabe kennen. Sie hat mich sehr gut aufgenommen und auch sie hat angeboten, daß ich immer mit ihr reden kann. Frau Mühlmann kannte ich schon von früher, da ich schon zwei Mal im Dachgeschoß war. Auch sie hatte immer ein offenes Ohr für mich. Plötzlich stand für mich fest, es war mein neues Zuhause und ich wollte nicht mehr weg.



Doch es stand noch im Raum ob ich bleiben darf. Ich war ja noch Inobhutnahme. Die Erzieher haben sich für mich eingesetzt. Sie haben es geschafft. Ich darf bleiben. In den Osterferien war meine erste Gruppenfahrt. Es war die schönste von allen. Wir haben alle jeden Tag was unternommen. Steve, Nico, Sin Bi und ich haben die Abende zusammen verbracht, waren zweimal im Kino, waren shoppen oder gemeinsam essen. Von da an habe ich mich noch wohler in der Gruppe gefühlt. Es war eine unvergeßliche Woche.



In Mai hatten Sin Bi und ich Jugendweihe. Es war schön, daß wir sie am gleichen Tag hatten. Wir sahen wunderschön aus und alle waren mit uns Mittag essen. Sophia hat unsere Haare gemacht, Danke nochmal. Es gab schöne Fotos. In den Sommerferien waren Frau Wolf, Frau Rabe, Sin bi, ein paar Kinder und ich an der Hohenwarte-Talsperre. Sin Bi wurde ein paar Wochen vorher operiert, daher hatte sie Krücken. Ich habe sie so gut wie möglich unterstützt. Auch diese Woche war wunderschön. Wir hatten Spaß.



Meine erste Weihnachtsfeier war schön. Sin Bi und ich haben einen wunderschönen Fotokalender für unsere Erzieher gemacht. Sie haben sich sehr gefreut. Im Januar kurz vor meinem Geburtstag 2014 bekam ich ein neues wunderschönes Einzelzimmer. Es war so schön und hat mich sehr gefreut. Meine zwei Geburtstage waren sehr schön. Meine Erzieher haben alles getan, daß ich einen schönen Geburtstag habe. Den hatte ich auch, in diesem und dem nächsten Jahr.



Letztes Jahr war es nun soweit. Ich kam in die 10. Klasse. Das letzte und wichtigste Jahr. Meine Erzieher und Sin Bi haben mich bei Hausaufgaben, Bewerbungen und sonstigen Schulkram geholfen. Frau Stürze ist zum 1. Bewerbungsgespräch nach Gera mitgefahren. Das tat gut. Frau Wolf hat mich sehr bei meiner PAP Prüfung "Diabetes" geholfen. Auch Sin Bi hat mir jederzeit geholfen. Falls ich andere Sorgen oder Probleme hatte war jederzeit jemand für mich da, egal ob Sin Bi, Frau Rabe, Frau Stürze oder Frau Mühlmann. Als ich mehrere Zusagen auf meine Bewerbungen bekommen habe, haben alle sich für mich gefreut. Doch allen war klar, daß das ein großer Schritt in Richtung Auszug ist.



Ich hatte vor den Prüfungen sehr große Prüfungsangst. Alle haben mir Mut und Zuversicht zugesprochen. Ich wollte nicht glauben, daß ich meinen Realschulabschluss schaffe. Alle waren in der Prüfungszeit mit mir aufgeregt. Doch ich habe es geschafft. Alle waren so glücklich und stolz auf mich. Das tat mir sehr gut.



Kurz vor meinen Prüfungen ist Sin Bi in die Verselbständigungsgruppe gezogen. Ich war sehr traurig, denn sie fehlte nachmittags beim Reden mit den Erziehern, beim Abendbrot, in ihrem Zimmer. Einfach überall. Ich wußte sie war nicht weit weg. Trotzdem war es schwer für mich. Meine Erzieher standen mir bei. Wenn ich Frau Rabe oder Frau Stürze nicht stören wollte, bin ich zu Frau Mühlmann gegangen und habe mit ihr geredet. Was mit ihr auch Spaß gemacht hat war Rückenschule, Schwimmen und am schönsten war es im Fitnesscenter. Auch wenn Frau Mühlmann bei uns Dienst hatte in Wohngruppe 1 war es sehr schön. Es war immer jemand da für mich. Das wusste ich.



Sin Bi und ich haben in unsere Wohngruppe eine schöne Abschlussfeier gehabt. Es war schwer, sich von allen zu verabschieden, ob es die andere Kinder aus meiner Gruppe waren oder die Erzieher. Es hieß, kein Abschied für immer. Doch es war komisch. Auch zu wissen Sin Bi wohnt nicht mehr in der Nähe von mir. Wir alle haben viel durch gemacht, Gute und schlechte Zeiten. Alle haben meine unterschiedlichen Launen ausgehalten. Alle waren immer für mich da. Alle werden mir fehlen. Dank meinen Erzieher kann ich mit Mama wieder guten Kontakt haben. Dadurch, daß ich ins Heim kam habe ich meine neue Beste Freundin bekommen. Dank ihr war das war u. ist vieles leichter. Ich konnte mir gutes Wissen über Diabetes aneignen. Das kann mir bei der Ausbildung helfen. Es war eine große Erfahrung mit 6 Kindern in einer Gruppe zu leben. Mit den Aufgaben und Verpflichtungen die ich hatte. Da ich mit die älteste in der Gruppe war, habe ich mich für die kleineren wie eine große Schwester gefühlt. Manchmal habe ich die Erzieher unterstützt und z.B. Hausaufgaben mit den kleinen gemacht. Es hat mir Spaß gemacht den Erziehern auch mal zu helfen, so wie sie mir immer halfen.



Kochen und Backen mit den Erziehern hat mir auch Spaß gemacht. In den letzten Monaten kam Sophia in unsere Gruppe als Erzieherin. Mit ihr kam ich auch gut klar und konnte gut mit ihr reden. Auch wir hatten noch eine schöne kurze Zeit. Falls ich Nachts nicht schlafen konnte hatte ich Beschäftigung (natürlich in den Ferien oder am Wochen-ende). Mit Herrn Gundermann konnte ich sehr gut über meine Ausbildung unterhalten, da er viel Erfahrung hatte. Das hat mir sehr geholfen. Herr Hansel hat mir viele Tipps für viele Themen gegeben, wo meine Erzieher mir vielleicht nicht weiter helfen konnten.



Mit den Erziehern aus Wohngruppe 2 konnte man auch immer sehr gut reden. Mit jedem hatte ich meine Themen.

Danke an alle aus meinem Heim für die schöne Zeit. Danke an alle Erzieher aus Wohngruppe zwei, daß ihr für mich ein offenes Ohr hattet und mir auch mal helfen konntet.



Danke Herr Gundermann für die berufliche Tipps und Erfahrungen aus ihrer Vergangenheit. Danke Herr Hansel für die reichlichen Tipps für die Zukunft und für die guten Filme. Danke Frau Wolf für deine große Hilfe bei meiner PAP Prüfung. Du warst immer für mich da und warst bei meiner Prüfung. Das war mir sehr wichtig. Dank Dir hab ich die Prüfung bestanden. Danke Frau Mühlmann, du warst auch immer für mich da, mit reichlichen Tipps oder einfach

mal zum reden und umarmen. Du hast mich so genommen wie ich bin. Danke Frau Rabe, Danke Frau Stürze für alles was ihr für mich in der ganzen Zeit getan habt. Ich bin so froh in eurer Gruppe gewesen zu sein. Manchmal hat ein Gespräch oder Umarmung gereicht, daß es mir besser ging. Danke Sin Bi für einfach alles. Dank dir war vieles leichter. Wir haben viel durch gemacht.





Natalie Birner aus Wohngruppe I





 

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