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15.02.2015Ausflug der VG nach Buchenwald

Ein Ausflug nach Buchenwald

Es war Pauls Idee. Als wir uns mit unserem Betreuer Dietmar unterhielten bemerkte Paul, dass er noch nie die Mahn- und Gedenkstätte auf dem Ettersberg besichtigt hat. Wir vereinbarten einen Ausflug für den nächsten Sonntag.

Der Arrestzellenbau, das Krematorium, die Nachbildung der Genickschussanlage und das „Kleine Lager“ haben uns alle sehr betroffen und nachdenklich gemacht. Am Ende des Krieges war Buchenwald das größte KZ im Deutschen Reich. Über 56.000 Menschen sterben an Folter, medizinischen Experimenten und Auszehrung.

Der Film über das Konzentrationslager lieferte uns viele Informationen, die unser Wissen aus dem Geschichtsunterricht erweitern. Im Juli 1937 ließ die SS auf dem Ettersberg das KZ als sog. Schutzhaftlager errichten. Mit dem Lager sollen politische Gegner bekämpft werden. Juden, Sinti und Roma sowie Homosexuelle und Bibelforscher sollten aus der Gesellschaft ausgeschlossen und vollständig liquidiert werden. Nach Kriegsbeginn wurden Menschen aus ganz Europa nach Buchenwald verschleppt. Im KZ Buchenwald und seinen 136 Außenlagern wurden insgesamt über 250.000 Menschen inhaftiert. Die SS zwang sie zur Arbeit für die deutsche Rüstungsindustrie.

Ganz besonders beeindruckte uns das sog. „Kleine Lager“. Es war vom Hauptlager durch einen Stacheldrahtzaun getrennt und wurde Ende 1942 eingerichtet. Die ersten Insassen waren Polen, Russen, Franzosen und Holländer. Später stieg die Anzahl der Juden, unter ihnen auch Kinder, deren Eltern die Nazis ermordet hatten. 1945 waren etwa 20.000 Menschen gleichzeitig im Kleinen Lager unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht. Fensterlose Pferdeställe ohne Fußboden, die ursprünglich für 50 Pferde geplant waren, dienten manchmal 2.000 Mensch als Unterkunft. Es gab kaum Trinkwasser und Lebensmittel sowie furchtbare hygienische Bedingungen. Das Kleine Lager war ein Ort tiefster Verzweiflung für die Menschen, die dorthin abgeschoben wurden. Kälte, Hunger, Durst, brutale Quälerei und Seuchen waren an der Tagesordnung .Die Sterblichkeit im Kleinen Lager war sehr hoch.

Viele KZ-Häftlinge wurden in den letzten Tagen vor der Befreiung des Lagers durch die US-Armee am 11. April 1945 auf Todesmärsche und Eisenbahntransporte geschickt, bei denen Zehntausende starben. Mehr als die Hälfte dieser Menschen kamen aus dem Kleinen Lager.

Erst nach 1990 wurde durch einige Überlebende, die heute in den USA leben, die Errichtung des Mahnmals für das Kleine Lager unterstützt.

Wir wollen alle dafür sorgen, dass so etwas nie wieder geschehen kann.

Euer Marco

 

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